![]() |
| Ayurveda - Allgemeines |
| Ayurveda - Spezifisches |
| Ernährung |
| Krankheiten |
| Therapien |
| Heilmittel |
| Literatur |
| Gesundheitstipps |
| Ayurveda-Shop |
| Startseite |
Therapie kann zweifach unterteilt werden in: (1) Therapie, die Stärke und Immunität des Körpers fördert und (2) Therapie, die Krankheiten beseitigt. Zur ersten Gruppe gehören rasayana (Verjüngungstherapie) und vajikarana (Therapie zur Förderung der Fruchtbarkeit mit dem Ziel gesunde Nachkommen zu zeugen). Beide Therapie-Arten erfüllen beide Funktionen (Förderung von Stärke und Immunität und Beseitigung von Krankheiten), werden jedoch speziell angewandt.
Die zweite Gruppe wird dreifach unterteilt in (1) rationale (2) psychologische und (3) spirituelle Therapie.
"Der Arzt sollte seine Hingabe zu Atharva-veda bekunden, denn unter den vier Veda-s behandelt Atharva-veda Medizin, indem er zur Förderung des Lebens das Geben von Spenden (dana), verschiedene Opferungen (bali-mangala-homa), das Befolgen bestimmter Regeln und Beschränkungen (niyama), Bußen (prayascitta), das Rezitieren von mantra-s etc. vorschreibt, und Medizin existiert zur Förderung des Lebens." (Sutrasthana 30.21)Im Atharva Veda gibt es auch eine Reihe von Gebeten und Beschwörungen, durch die jvara (Fieberformen), rajayaksma (Phthisis) und andere ernste Störungen beseitigt werden sollen. Dabei rufen der Kranke oder seine Fürsprecher Agni, Surya, Soma und andere Götter an, die Krankheit auszutreiben oder sie beschwören bestimmte mächtige Heilpflanzen, die Krankheit zu besiegen. Krankheiten werden praktisch weggebetet. Voraussetzung dafür ist natürlich Vertrauen in die Kraft des Gebets und Wissen um kosmische Zusammenhänge, Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Göttern und Menschen etc.
Mantras sind in der Essenz Lobpreisungen, Anrufungen, Gebete zum Höchsten Herrn, durch die das Bewußtsein der bedingten Seele geläutert wird und durch die die hingegebene Seele Befreiung aus der Knechtschaft des materiellen Daseins und Liebe zu Gott erlangen kann. Aber auch Klangschwingungen und Sprüche, denen eine bestimmte Kraft innewohnt, werden in den Veden als mantras bezeichnet. Ein mantra ist also nicht einfach nur irgendein Wort oder ein Satz, das/der suggestiv - von wem auch immer und zu welchem Zweck auch immer - ständig wiederholt wird und ist auch keine Zauberformel, um materielle Wünsche zu erfüllen. Die Erfüllung materieller Wünsche kann aber durchaus ein Nebenprodukt der Mantra-Meditation sein. Mantra-Meditation ist kein mechanischer Vorgang und das Ergebnis ist es auch nicht. Halbgötter wie Brahma, Siva, Durga etc. können jemandem, der sie mit bestimmten mantras verehrt, materielle Segnungen gewähren, müssen es aber nicht.
Im Ayurveda werden verschiedene mantras rezitiert, zum Beispiel:
om shri dhanvantaraye namah
om shankham chakram jalankam dadhad amrta ghatam caru dorbhish chaturbhih | sukshma svacchati hrdyamshuka pari vilasan maulim bhoja netrum || kalam bhodojjvalangam kati tata vilasac charu pitambaradhyam | vande dhanvantarim tam nikhila gada vana praudha davagni lilam ||
Mit diesen mantras wird Sri Dhanvantari, der avatara der Medizin, verehrt.
Wer Heilung von schwerer Krankheit erstrebt, kann bei dieser Gottheit der Medizin auch mit folgendem mantra Zuflucht suchen:
achyutaananta govinda vishno naaraayana hare
rogan may naashaya asheshan aashu dhanvantari hare
"O Achyuta, Ananta, Govinda, Vishnu, Narayana, Hari, Dhanvantari!
Bitte zerstöre all meine Krankheiten rasch und vollständig."
Echte ayurvedische Ärzte und Apotheker, die ihre Heilmittel selbst herstellen, "imprägnieren" ihre Präparationen seit altersher mit bestimmten mantras. Die Heilmittel werden dadurch von den angerufenen Göttern gesegnet und entfalten so ihre volle Kraft. In Caraka-Samhita (Cikitsasthana, Kap. 23) wird die Zubereitung von Mahagandhahasti agada, einer Präparation, die u.a. tierische und pflanzliche Gifte (incl. Schlangengift) zerstört [Vergiftung], beschrieben. Es heißt dort, daß während der Zubereitung folgendes mantra rezitiert werden sollte:
mama mata jaya jayo nameti me pita ||
so'ham jaya-jaya-putro vijaye'tha jayami ca |
namah purusarsihaya visnave visvakarmane ||
sanatanaya krsnaya bhavaya vibhavaya ca |
tejo vrsakapeh saksattejo brahmendrayoryame ||
yatha'ham nabhijanami vasudevaparajayam |
matusca panigrahanam ca sosanam ||
anena satyavakyena sidhyatamagado hyayum |
hilimilisamsprste raksa sarvabhesajottame svaha ||
Die Übersetzung lautet in etwa: "Meine Mutter ist Jayaa und mein Vater ist Jaya ('Sieg'), da ich der Sohn von Jayaa und Jaya bin, werde ich stets siegreich sein. Ich erweise meine Ehrerbietungen Visnu, dem Erhalter des Universums, Krsna dem Ewigen Herrn und Rudra, dem allgegenwärtigen Zerstörer. Wie es nicht möglich ist Vasudeva (Krsna) zu besiegen oder den Ozean auszutrinken, so kannst auch Du nicht besiegt werden. Möge diese Medizin durch diese wahre Aussage erfolgreich sein. O bestes aller Medikamente, beschütze mich!"
Um von ernsthaften Krankheiten befreit zu werden, wird auch Verehrung der vorherrschenden Gottheit der Sonne (Surya; Savitri; Aditya, etc.) mit verschiedenen Gebeten (z.B. Suryamandalastakam) empfohlen. In Caraka-Samhita wird die Verehrung Sri Sivas für die Heilung von chronischen Fieberzuständen empfohlen.
2 mit kaltem Wasser, Milch oder verschiedenen Dekokten
3 Eine genaue Beschreibung aller chirurgischen Maßnahmen findet man in der Susruta-samhita.
4 Das Tragen von Edelsteinen und bestimmten Wurzeln könnte man auch als eine feinstoffliche Form rationaler Therapie betrachten. In Caraka-Samhita wird es unter daivavyapashriya genannt. Edelsteine werden häufig benutzt in Form von Navratna Malas, Halsketten, die 9 edle Steine enthalten, welche in Beziehung stehen zu den 9 Planeten der vedischen Astrologie und Astronomie und die den Effekt der Planeten harmonisieren.