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Ayurveda – Spezifisches

Die Elemente des Körpers

Es gibt zwei Hauptenergien: spirituelle Energie und materielle Energie. Spirituelle Energie ist bewußt und materielle Energie ist unbewußt. Die Seele ist bewußte spirituelle Energie und der Körper besteht aus unbewußter materieller Energie.

Nach der Sankhya-Philosophie setzt sich der Körper eines Menschen aus folgenden 24 Elementen zusammen:

  • (1-5) 5 mahābhūtas („große Elemente” – Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther/Raum),
  • (6) manas (Geist, Verstand, Gemüt),
  • (7) buddhi (Intelligenz),
  • (8) ahaṅkāra (Ego),
  • (9-13) 5 wissensaneignende Sinne (indriya – Sehsinn, Gehörsinn, Geschmacksinn, Geruchsinn und Tastsinn),
  • (14-18) 5 Arbeitssinne (karmendriya – Beine, Arme, Anus, Genital und Sprachorgan),
  • (19-23) 5 Sinnesobjekte (indriyārtha – Form/Farbe, Klang, Geschmack, Geruch und Berührung),
  • (24) avyakta (das Unmanifestierte)

Die fünf großen Elemente, die zehn Sinne und die fünf Sinnesobjekte bilden den grobstofflichen Körper und manas, buddhi und ahankāra bilden den feinstofflichen Körper. Avyakta ist die Basis von beiden. In dieser Verbindung von 24 Elementen sitzt die individuelle Seele (jivātma) als Bewohner des Körpers, begleitet vom paramātma, der Überseele.1

Diese 24 Elemente sind Manifestationen, Umwandlungen der materiellen Energie des Höchsten Herrn und existieren im Körper und außerhalb des Körpers als Bestandteile des Universums. Ihre Entwicklung, Eigenschaften und Interaktionen werden in verschiedenen vedischen Schriften und auch im Ayurveda-Klassiker Caraka-Samhita beschrieben. Wie ein Töpfer aus Ton und Wasser einen Krug herstellt, so erzeugt die spirituelle Seele unter dem Einfluß der drei Erscheinungsweisen sattva, rajas, tamas unbewußt durch ihre Neigungen ihren jeweiligen Körper aus den 24 materiellen Elementen. Im Unterschied zum Töpfer, der weiß, wie er ein bestimmtes Objekt herstellen muß, wissen die meisten Seelen nicht, wie sie ihren Körper erzeugt haben. Sie führen mit einem Körper bestimmte Handlungen aus, hegen bestimmte Neigungen und Abneigungen, etc. und bekommen von der Überseele ihren nächsten Körper entsprechend ihrem karma zur Verfügung gestellt.2

Die drei doṣas (Bioenergien und Bioelemente), die sieben dhātus (Körpergewebearten), die upadhātus (subsidiäre Körpergewebe) und die malas (Abfallprodukte) enthalten die mahābhūtas in unterschiedlichem Mischungsverhältnis. Die sieben dhātus sind:

  • rasa (Lymphe; Plasma)
  • rakta (Blut)
  • maṃsa (Muskelgewebe)
  • medas (Fettgewebe)
  • asthi (Knochengewebe)
  • majja (Knochenmark und Nervengewebe)
  • śukra (Samen und Eizellen)

Die upadhātus sind Sehnen, Bänder, Blutgefäße, Muskelfett, Brustmilch, Menstruationsblut und die sechs Hautschichten.

Die Abbauprodukte des Körpers sind Kot, Urin und Schweiß. Haare, Finger- und Zehennägel, Ohrenschmalz und andere Absonderungen werden ebenfalls als malas betrachtet. Die malas Kot, Urin und Schweiß, Ohrenschmalz und andere Absonderungen müssen regelmäßig eliminiert werden. Wenn sie nicht im rechten Maße eliminiert werden, entstehen Krankheiten.

Aus den Zeichen und Symptomen, verursacht durch Vermehrung oder Verminderung von doṣas, dhātus und malas, kann der Arzt bestimmen, welche mahābhūtas erforderlich sind, um den Zustand ihres Gleichgewichts wiederherzustellen. Dann kann er bestimmte Nahrungsmittel und Drogen (mit entsprechenden mahābhūtas) verordnen, die Defizite bzw. Übermaß an mahābhūtas in doṣas etc. ausgleichen.


Anmerkungen

1 Mit Seele und Überseele besteht der Mensch also aus 26 Elementen. Jivātma und paramātma werden beide als kṣetra-jña („Kenner des Feldes”) bezeichnet. Der Körper ist kṣetra, das Feld der Aktivitäten und die Seele ist der Kenner des Feldes. Aber während die Überseele alle Felder aller Lebewesen kennt, kennt die individuelle Seele noch nicht einmal ihren jeweiligen Körper richtig. Durch undenkbar langen Kontakt mit der materiellen Energie haben die spirituellen Seelen ihr ursprüngliches Wissen vergessen und identifizieren sich mit dem Körper, in dem sie gerade hausen. Mit dem Körper versuchen sie zu genießen, indem sie die materielle Natur manipulieren und die Reichtümer der materiellen Natur ausbeuten.

2 Wie und warum die bedingten Seelen in diesen Kreislauf des Lebens, der Wanderung von einem Körper zum anderen, geraten sind und auch wie sie wieder herauskommen können, wird im Srimad-Bhagavatam und anderen vedischen Schriften erklärt.